{"id":422,"date":"2021-11-18T12:04:46","date_gmt":"2021-11-18T11:04:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.froeschl.at\/froeschlhaus\/?p=422"},"modified":"2021-12-01T12:19:46","modified_gmt":"2021-12-01T11:19:46","slug":"divisionaer-und-visionaer-vom-froeschl-haus-interview-mit-herrn-josef-ascher-und-architekt-karlheinz-roeck","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.froeschl.at\/froeschlhaus\/divisionaer-und-visionaer-vom-froeschl-haus-interview-mit-herrn-josef-ascher-und-architekt-karlheinz-roeck\/","title":{"rendered":"Division\u00e4r und Vision\u00e4r \u2013 Interview mit Herrn Josef Ascher und Architekt Karlheinz R\u00f6ck"},"content":{"rendered":"<h3>Das ehemalige Fr\u00f6schl Haus, nun HALL HAUS, wurde 2014 gebaut. Wie war eure Reaktion, als nach so kurzer Zeit der Bau einer neuen Firmenzentrale beschlossen wurde?<\/h3>\n<p><em>Josef: Als ich davon geh\u00f6rt habe, musste ich kurz \u00fcberlegen, welches Datum wir haben \u2013 h\u00e4tte ja auch ein Aprilscherz sein k\u00f6nnen (lacht). Im Ernst &#8211; es war definitiv eine gute und auch mutige Entscheidung unserer Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung, neu zu bauen und die bestehenden Fl\u00e4chen, die uns mittlerweile zu klein geworden sind, zu vermieten. Im ehemaligen Fr\u00f6schl Haus standen uns 100 Arbeitspl\u00e4tze zur Verf\u00fcgung, nun haben wir f\u00fcr insgesamt 180 Personen einen Arbeitsplatz geschaffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Karlheinz: Ich war erfreut, dass ich wieder dabei sein darf und habe das Projekt dankend und voller Vorfreude angenommen. Es gibt kaum ein gr\u00f6\u00dferes Lob an einen Architekten, als noch einmal in so kurzer Zeit eine zweite Firmenzentrale planen zu d\u00fcrfen. Daher gehe ich davon aus, dass man mit dem ersten Geb\u00e4ude zufrieden war (lacht).<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie ist es, eine Firmenzentrale f\u00fcr einen Bauherren zu bauen, der selbst eine Baufirma f\u00fchrt und den Bau mit seiner eigenen Mannschaft realisiert?<\/h3>\n<p><em>Karlheinz: Grunds\u00e4tzlich macht das f\u00fcr uns keinen gro\u00dfen Unterschied, ob der Bauherr selbst in der Baubranche t\u00e4tig ist oder nicht. Jedes unserer Projekte ist individuell, wird mit viel Leidenschaft und Engagement entworfen und bis zum Schluss mit Freude begleitet.<\/em><\/p>\n<p><em>Josef: Zu diesem Thema m\u00f6chte ich noch etwas anf\u00fcgen. Karlheinz war mit einer Bauherrschaft konfrontiert, die sich in der Planungs- und Ausf\u00fchrungsphase bei w\u00f6chentlichen Planungsbesprechungen eingebracht hat. Dabei wurde speziell zwischen den beiden Schulfreunden Eduard Fr\u00f6schl und Karlheinz R\u00f6ck intensiv \u00fcber Design versus Nutzerfreundlichkeit diskutiert und um L\u00f6sungen gerungen. Ich glaube, dass schlie\u00dflich beide Aspekte bestens umgesetzt wurden \u2013 f\u00fcr mich waren diese Diskussionen jedenfalls \u00e4u\u00dferst interessant, kurzweilig und auch lehrreich.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Was sind deine Aufgaben und Herausforderungen als Leiter der Abteilung Hochbau in ganz Tirol?<\/h3>\n<p><em>Josef: Meine Aufgabe und Verantwortung ist es, gemeinsam mit meinem Team Bauauftr\u00e4ge zu akquirieren, diese zur Zufriedenheit unserer Kunden abzuwickeln und abzurechnen. Im Ergebnis sollte sich am Jahresende eine Wertsteigerung des Unternehmens einstellen, welche unter anderem auch Investitionen wie zum Beispiel das Fr\u00f6schl Haus erm\u00f6glichen sollte. Bei den Herausforderungen haben wir in den letzten Jahren einen Wandel durchlebt. Vor einigen Jahren h\u00e4tte ich gesagt, die Herausforderung ist, Auftr\u00e4ge f\u00fcr die Besch\u00e4ftigung unsere Mitarbeiter zu beschaffen. Heute ist die Herausforderung ausreichend Mitarbeiter f\u00fcr die Ausf\u00fchrung der Auftr\u00e4ge zu haben.\u00a0<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie w\u00fcrdest du deinen architektonischen Stil bezeichnen? Beschreibe die Architektur der neuen Firmenzentrale.<\/h3>\n<p><em>Karlheinz: <\/em><em>Wir sind ein Team aus Architekten und arbeiten alle gemeinsam an den gestellten Bauaufgaben. Unsere Architektursprache ist klar reduziert in der Formensprache und nachhaltig. Wir sehen unsere Aufgabe darin, sich mit der gestellten Aufgabe intensiv auseinanderzusetzen, um f\u00fcr den Auftraggeber die beste L\u00f6sung zu erarbeiten. Es wird so entworfen, als w\u00fcrden wir den Wohn- oder Arbeitsraum sp\u00e4ter selber nutzen. Wir planen nichts, womit wir uns nicht identifizieren k\u00f6nnen. Ziel ist es, dass die Bewohner oder Nutzer sich in ihrem neu gestalteten Umfeld wohlf\u00fchlen.<\/em><\/p>\n<p><em>Das Fr\u00f6schl Haus ist auf einem funktionalen Raster aufgebaut, welcher sich in der Fassade auf den ersten Blick nicht widerspiegelt. Die Anforderung in diesem Fall war, 180 Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen, mit m\u00f6glichst dem gleichen Standard und gleicher Funktionalit\u00e4t.<\/em><\/p>\n<p><em>Im Gegensatz zum HALL HAUS mit der Stampfbetonfassade wurde die neue Firmenzentrale als monolithisch geformter Bauk\u00f6rper in Sichtbeton ausgef\u00fchrt. Die sich nach au\u00dfen hin unterschiedlich \u00f6ffnenden Fensterleibungen lassen zus\u00e4tzliches Licht in die B\u00fcrofl\u00e4chen einfallen und verst\u00e4rken die Bauk\u00f6rperplastik.<\/em><\/p>\n<p><em>Beim Bau vom neuen Fr\u00f6schl Haus ist sehr oft der Satz: \u201eSo wie im HALL HAUS\u201c gefallen. Das hei\u00dft, viele notwendigen Entscheidungen sind eigentlich bereits 2013 gemeinsam mit der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung getroffen worden (l\u00e4chelnd). Das Geb\u00e4ude atmet und lebt von den begr\u00fcnten, lichtdurchflutenden Innenh\u00f6fen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die teilweise Erh\u00f6hung in das 4. und 5. Obergeschoss gibt einen wundersch\u00f6nen Rundum-Blick in alle Himmelsrichtungen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie viel Zeit hat rein die Planung des Geb\u00e4udes beansprucht und inwiefern wurde Feng Shui dabei ber\u00fccksichtigt?<\/h3>\n<p><em>Karlheinz: Die ersten Entw\u00fcrfe wurden 2018 den Bauherren pr\u00e4sentiert. Detailfragen sind immer noch offen, das hei\u00dft Planung und Ausf\u00fchrung enden gleichzeitig. (lachend). Generell planen wir Arbeitspl\u00e4tze immer so, dass diese f\u00fcr Mitarbeiter angenehm sind \u2013 meistens stimmt das dann auch mit den Feng Shui-Kriterien, die es zu erf\u00fcllen gab, \u00fcberein.<\/em><\/p>\n<p><em>Josef: Es ergibt sich relativ selten die Chance, nach so kurzer Zeit ein \u00e4hnliches B\u00fcrogeb\u00e4ude f\u00fcr die Eigennutzung umzusetzen. So konnten wir die wenigen Dinge, die uns in der Nutzung des HALL HAUSES als nicht optimal vorgekommen sind, neu \u00fcberdenken und verbessern.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Wie ist es euch mit BIM ergangen?<\/h3>\n<p><em>Josef: Wir haben unser neues Fr\u00f6schl Haus im BIM-Standard errichtet und dabei BIM-Kompetenz im eigenen Hause aufgebaut. Es war f\u00fcr alle Beteiligten eine intensive Lernphase und wir konnten dabei viel Erfahrung sammeln. Die Arbeit auf einer Plattform in einheitlicher Sprache bietet in der Planung viele Vorteile, da Architekt, Haus- und Elektroplaner sowie Statiker auf das gemeinsame Modell zugreifen und so Planungskollisionen vermieden werden. Der Betrieb und die Instandhaltung des Geb\u00e4udes werden durch das mit allen Ausf\u00fchrungsdetails und Produktinformationen gef\u00fcllte as-build-Modell deutlich erleichtert werden, da Wartungsanweisungen und -intervalle, Produktbl\u00e4tter, Pflegehinweise etc. direkt aus dem Modell auslesbar sein werden.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Welche technischen Merkmale unterscheiden das Fr\u00f6schl Haus von der ehemaligen Firmenzentrale?<\/h3>\n<p><em>Josef: Grunds\u00e4tzlich gibt es keine entscheidenden \u00c4nderungen. Das Geb\u00e4ude ist gr\u00f6\u00dfer und einfach erwachsener geworden. Das bestens bew\u00e4hrte Geb\u00e4udekonzept \u2013 Massivbau, dessen Sichtbetondecken durch Kernaktivierung zur K\u00fchlung und Heizung verwendet werden, speicherf\u00e4hige und wartungsfreie Au\u00dfenh\u00fclle in Beton, Grundwassernutzung, reduzierte Fensterfl\u00e4chen nach au\u00dfen &#8211; wurde beibehalten.<\/em><\/p>\n<p><em>Gegen\u00fcber dem HALL HAUS sind wir nun auch energieautark. Die geringe Energiemenge, die wir zum Betrieb der neuen Firmenzentrale brauchen, gewinnen wir \u00fcber die Photovoltaikanlage am begr\u00fcnten Dach. Dieses Geb\u00e4udekonzept ist jedenfalls zukunftsfit!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Auf welche Besonderheiten k\u00f6nnen sich MitarbeiterInnen und Besucher besonders freuen?<\/h3>\n<p><em>Josef:<\/em> <em>Insgesamt sind die B\u00fcror\u00e4umlichkeiten und Aufenthaltsr\u00e4ume noch gro\u00dfz\u00fcgiger gestaltet. Es gibt R\u00e4ume, in denen sich Mitarbeiter nach der Arbeit treffen k\u00f6nnen, um gemeinsam eine Runde Tischfu\u00dfball zu spielen. Au\u00dferdem gibt es einen gro\u00dfz\u00fcgigen \u201eMehrzweckraum\u201c f\u00fcr Schulungen und Veranstaltungen, indem auch die M\u00f6glichkeit besteht, ein Mittagessen einzunehmen.<\/em><\/p>\n<p><em>Karlheinz: Die Mitarbeiter k\u00f6nnen sich auf die lebenden, gr\u00fcnen Innenh\u00f6fe mit herrlicher Vegetation freuen. Diese k\u00f6nnen dank \u00dcberdachung ganzj\u00e4hrig genutzt werden und dienen als absolute Wohlf\u00fchlzonen. Im n\u00f6rdlichen Innenhof wird es auch einen Brunnen geben. Dem \u201eNicht-Arbeiten\u201c als Ausgleich zur t\u00e4glichen Arbeit ist im neuen Fr\u00f6schl Haus noch mehr Platz gegeben worden. Neben den einzelnen Besprechungsr\u00e4umen in den Stockwerken und den Panoramabesprechungsr\u00e4umen gibt es zwei traditionelle Tiroler Stuben, eine L\u00e4rchen- und eine Zirbenstube.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Was war besonders herausfordernd w\u00e4hrend der Bauzeit?<\/h3>\n<p><em>Josef: Die Schal- und Betonierarbeiten der Sichtbetonfassade mit den unterschiedlich geneigten Leibungen war schalungstechnisch und handwerklich sehr anspruchsvoll und nicht allt\u00e4glich. Eine Besonderheit war nat\u00fcrlich auch die spezielle Situation, dass unz\u00e4hlige \u201eBauleiter\u201c, n\u00e4mlich die Fr\u00f6schl-Belegschaft an der Ostseite des HALL HAUSES, von ihrem Schreibtisch aus den Bauablauf l\u00fcckenlos verfolgen und bei Kaffeepausen nat\u00fcrlich \u201en\u00fctzliche Vorschl\u00e4ge\u201c einbringen konnten.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Der Innenausbau schreitet voran und die Betonarbeiten sind bereits abgeschlossen. Welches Res\u00fcmee zieht ihr aus dieser spannenden Bauzeit?<\/h3>\n<p><em>Karlheinz: Das war bisher unser gr\u00f6\u00dftes Projekt! Ich sch\u00e4tze das Vertrauen, das uns entgegengebracht wird. Wir freuen uns auf das fertige Haus und die hoffentlich positiven R\u00fcckmeldungen. Auch wenn das Haus noch nicht fertig ist, gehe ich davon aus, dass die neue Firmenzentrale lange Zeit eines unserer besten Referenzprojekte sein wird.<\/em><\/p>\n<p><em>Josef: Die Mannschaft vor Ort und alle Beteiligten haben gro\u00dfartige Arbeit geleistet. Schon mit dem Bau vom HALL HAUS haben wir ein B\u00fcrogeb\u00e4ude errichtet, das absolut am Stand der Technik war. Die beiden Geb\u00e4ude sind sich sehr \u00e4hnlich, wobei die neue Firmenzentrale \u201egr\u00f6\u00dfer und erwachsener\u201c geworden ist. Es ist ein energieautarkes Massivgeb\u00e4ude, das ohne Klimaanlage bestes Raumklima und hohe Behaglichkeit bieten wird. Au\u00dferdem werden die R\u00e4ume durch Ber\u00fccksichtigung von Feng Shui Kriterien, emissionsfreien Materialien und harmonischer Farbgestaltung eine positive Ausstrahlung auf die Mitarbeiter haben. In der Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Ausgestaltung des Geb\u00e4udes spiegelt sich die Wertsch\u00e4tzung der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung f\u00fcr ihre Mitarbeiter in einem hohen Ma\u00df wider \u2013 herzlichen Dank daf\u00fcr.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die beiden Geb\u00e4ude sind sich sehr \u00e4hnlich, wobei die neue Firmenzentrale \u201egr\u00f6\u00dfer und erwachsener\u201c geworden ist. 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